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Donauachse/Westbahn » Neubaustrecke Wien - St. Pölten

Reaktivierung der Tullner Westschleife

Stand: Juli 2009
Tullner Westschleife Projekt in Bau

Bereits 1941 bestand in Tulln eine Gleisschleife – die Tullner Westschleife – die die direkte Weiterführung von Zügen zwischen der Franz-Josef-Bahn und der Bahnlinie Tulln – Herzogenburg ermöglichte. Nach dem Krieg wurde diese Gleisschleife im Zusammenhang mit dem Rückbau der damals zweigleisigen Strecke Tulln – Herzogenburg stillgelegt.

Im Zuge der Errichtung der Neubaustrecke Wien – St. Pölten wird die Tullner Westschleife reaktiviert, wodurch ein wesentlicher Beitrag zur Attraktivierung des öffentlichen Verkehrs geleistet wird. Besonders die Bahnkunden und Pendlern aus dem nördlichen Niederösterreich und dem Bezirk Tulln profitieren von dieser Maßnahme:

  • Optimale Vernetzung der bestehenden Bahnlinien im nördlichen Niederösterreich mit der in Bau befindlichen Neubaustrecke Wien - St. Pölten
  • Direkte Weiterführung von Zügen der Franz-Josefs-Bahn über die Tullner Westschleife und Anbindung an die neue Hochleistungsstrecke im Regionalbahnhof Tullnerfeld
  • Dadurch raschere und bequemere Erreichbarkeiten vor allem der Landeshauptstadt St. Pölten und der Bundeshauptstadt Wien
  • Umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen im gesamten Stadtgebiet Tulln einschließlich der Donaubrücke
  • Erhöhung der Verkehrssicherheit durch die Errichtung von Unterführungen
  • bisher durch Eisenbahnkreuzungen verkehrlich getrennte Stadtteile werden verbunden

Baumaßnahmen

Für die Reaktivierung der Tullner Westschleife müssen bestehende Objekte und Streckenabschnitte den neuen Erfordernissen angepasst beziehungsweise neu errichtet werden. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, das innerstädtische Verkehrskonzept in Tulln neu zu gestalten.

Neue Kreisverkehre entstehen, Eisenbahnkreuzungen werden durch Unterführungen ersetzt – der Verkehr wird flüssiger und sicherer.

Die Haltestelle Tulln Stadt wird im Zuge der Errichtung der Unterführung Frauentorgasse völlig neu errichtet. Der Bahnsteig wird sowohl vom nördlichen Vorplatz als auch von der Südseite über einen Lift barrierefrei erreichbar sein.

Kernstück der Reaktivierung der Tullner Westschleife ist die Sanierung der 104 Jahre alten Tullner Donaubrücke. Die Brückenpfeiler werden nach dem heutigen Stand der Technik verstärkt und die Tragwerke der Eisenbahnbrücke werden durch ein neues ersetzt. Der Gleisabstand wird auf 4,50 m erweitert.

Darüber hinaus sind zum Schutz der Anrainer im Projekt umfangreiche Lärm- und Erschütterungsmaßnahmen vorgesehen.

Die Investitionen für die Reaktivierung der Tullner Westschleife werden anteilig von der ÖBB-Infrastruktur Bau AG, dem Land Niederösterreich und der Stadt Tulln getragen.

Die Gesamtfertigstellung und Inbetriebnahme der Tullner Westschleife ist voraussichtlich Anfang 2010.

Sperre der Tullner Donaubrücke

Für den Austausch der Tragwerke der Eisenbahnbrücke über die Donau musste der Bahnbetrieb eingestellt werden. Das alte Tragwerk wurde im Mai/Juni 2009 in drei Teilen mittels Schwerlastpontons ausgeschwommen und am nördlichen Ufer zerlegt. Am 17. Juni wurde der erste neue, am Ufer vorgefertigte Tragwerksteil eingeschwommen und eingehoben. Aufgrund der hochwasserbedingten höheren Strömungsgeschwindigkeit und Durchflussmenge der Donau konnte der zweite neue Tragwerksteil erst mit mehr als zweiwöchiger Verspätung am 10. Juli eingeschwommen werden.

Die dadurch entstandene zeitliche Verzögerung wirkt sich auch auf die anschließenden Bauschritte (z.B. Herstellung der Fahrbahnplatte, des Oberbaues und der Streckenausrüstung) aus. Die Komplettsperre für den Bahnbetrieb muss daher voraussichtlich bis Mitte Oktober verlängert werden. Für die Dauer dieser Arbeiten gilt ein Ersatzfahrplan.

Auch die Straßenbrücke musste aufgrund der Bauarbeiten bis Ende August komplett gesperrt werden.

Die Inbetriebnahme des ersten Gleises ist für Mitte Oktober geplant, die Gesamtfertigstellung der Brücke ist für Dezember 2009 vorgesehen.

 



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