Der rund vier Kilometer lange Abschnitt zwischen Schärding und Wernstein ist Teil der Hochleistungsstrecke zwischen Wels und Passau, ein wichtiger Teil im europäischen TEN-Netz. Diese rund 80 km lange Bahnlinie wiederum stellt einen bedeutenden Bestandteil der Nord-Süd-Magistrale zwischen Passau und Spielfeld wie auch der Donauachse dar. Leistungsfähige Verkehrsverbindungen werden in einer Zeit, in der Europa mehr und mehr zusammenwächst immer wichtiger. Im Rahmen der Transeuropäischen Netze, TEN, wurden aus gesamteuropäischer Sicht Eisenbahnachsen festgelegt, deren Ausbau von besonderer Bedeutung ist. Durch den Ausbau der Strecke Wels – Passau wird diese auf einen internationalen Qualitätsstandard gebracht. Das begünstigt eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene. Seit der Fertigstellung der Strecke im Herbst 2009 steht damit eine zukunftssichere Hochleistungsstrecke zur Verfügung.
Diese Optimierung wurde durch die Kompletterneuerung des Unterbaus, die Schüttung eines 13 m hohen Dammes und die Errichtung einer 120 m langen Eisenbahnbrücke, der Taxengrabenbrücke möglich. Gleichzeitig wurden auch Gleisoberbau, Fahrleitungs-, Telekom- und Entwässerungsanlagen entlang der gesamten Strecke erneuert.
| Meilensteine | |
| Baubeginn | September 2005 |
| Bauphase 1 − Vorarbeiten Taxengrabenbrücke, Straßenbrücke, Straßenbau | September 2005 – Juni 2006 |
| Bauphase 2a und 2b − Trassenherstellung, Taxengrabenbrücke, Straßenunterführung Brunnenthal, Kunstbauten und Nebenanlagen | Juni 2006 – Mai 2008 |
| Bauphase 3 − Brückenbauarbeiten | Juni 2007 – Mai 2008 |
| Bauphase 4 − Streckenausbau Gleis 1 neu | Mai – August 2008 |
| Bauphase 5 − Streckenausbau Gleis 2 neu | August – Dezember 2008 |
| Bauphase 6 − Umschwenkung Gleis 1 neu | Herbst 2008 |
| Bauphase 7 − Rückbau Bahnanlage | Herbst 2008 – Herbst 2009 |
| Bauende | Oktober 2009 |
| Daten & Fakten |
| Streckenlänge: 4 km |
| Kunstbauten 13 m hoher Damm, 120 m lange Eisenbahnbrücke, Straßenunterführung, Überfahrtsbrücke |
Ziel und Zweck
Im September 2005 begann der Streckenausbau Schärding – Wernstein mit den Vorarbeiten für die Errichtung der neuen Taxengrabenbrücke. Dieser hochsensible Teil des Projektes machte durch die erforderliche Streckenbegradigung die Teilrodung des Auwalds gegenüber dem bayrischen ehemaligen Benediktinerstift Vornbach bzw. der "Bernaschk-Insel" nötig. Ein Großteil des Auwaldes wurde und wird wieder aufgeforstet. Im Bereich der Dammschüttungen entstand aus Gründen des Hochwasserschutzes eine Innaufweitung, die auch eine Regeneration der Aulandschaft ermöglicht. Hier bietet sich Lebensraum für unterschiedlichste Tierarten und ein Laich- und Jungfischhabitat.
Mit dem Umbau der Bahnhöfe und Haltestellen entlang des Abschnitts nach neuestem technischen Standard entstanden für die Bahnkunden wesentliche Verbesserungen, wie beispielsweise barrierefreies Ein- und Aussteigen, überdachte Bahnsteigzugänge und verglaste Wartekojen mit Sitzmöglichkeiten. Wirkungsvolle Lärmschutzmaßnahmen verbessern nun die Lebensqualität der Bevölkerung entscheidend. Mit der Fertigstellung des Ausbaus im Oktober 2009 wurden zusätzlich sämtliche schienengleiche Eisenbahnkreuzungen aufgelassen. Stattdessen gibt es eine Straßenunterführung und eine Überfahrtsbrücke, die wesentlich zur Sicherheit der Verkehrsteilnehmer beitragen.



