Die Koralmbahn ist die Verlängerung des transeuropäischen Korridors VI in den
oberitalienischen Raum. Sie ist Teil dieser international bedeutsamen Achse, die
von Danzig über Warschau und Wien nach Triest, Venedig und Bologna führt, und
somit die Ostsee mit dem Mittelmeer verbindet.
Darüber hinaus verbessert die Koralmbahn national die Erreichbarkeit
Süd-Österreichs und bindet die Weststeiermark und den Südkärntner Raum optimal
an die Landeshauptstädte Graz und Klagenfurt an, wovon die Pendler und die
regionale Wirtschaft profitieren. Durch die Koralmbahn werden massive
Fahrzeit-Verkürzungen und attraktivere Taktfahrpläne ermöglicht.
Die Realisierungsvoraussetzungen für die Koralmbahn wurden Ende 2004 in einem
Vertrag zwischen der Republik Österreich, den Bundesländern Steiermark und
Kärnten und den ÖBB detailliert festgelegt. Im Februar 2005 wurde vom
Verkehrsminister die Trassen-Verordnung erlassen. Damit ist der Verlauf der
Trasse fixiert. Die Breite des Trassenverordnungsstreifens wurde entsprechend
den örtlichen und technischen Erfordernissen festgelegt und beinhaltet den
Geländestreifen für sämtliche Eisenbahnanlagen, für Nebenanlagen und
Begleitmaßnahmen, die für den Bau und Betrieb dieser Strecke notwendig sind.
Aus heutiger Sicht wird die Koralmbahn voraussichtlich bis 2023 durchgehend
befahrbar sein.
| Meilensteine | |
| Planungsbeginn |
1995 (Planungsübertragung HL-AG) |
| Beginn Trassenauswahlverfahren |
1997 |
| Beginn Bauausführung | 1999 |
| Trassenverordnung und Umweltverträglichkeitserklärung (UVE) |
2002 |
| Baubeginn Baulos Koralmtunnel 1 (KAT 1) | Ende 2008 |
| Vortriebsbeginn Koralmtunnel | Mai 2010 |
| Teilinbetriebnahme Koralmbahn im Abschnitt Werndorf - Wettmannstätten |
Dezember 2010 |
| Baubeginn Baulos Koralmtunnel 2 (KAT 2) | Jänner 2011 |
| Tunneldurchschlag der Baulose KAT1 / KAT2 | Mai 2012 |
| Andrehen der 1. Tunnelvortriebsmaschine bei KAT2 | Jänner 2013 |
| Gesamtinbetriebnahme Koralmbahn | voraussichtlich 2023 |
| Projektstatus Umweltverträglichkeitsprüfungen abgeschlossen. Eisenbahnrechtliche Baugenehmigungsverfahren für die freie Strecke und den Koralmtunnel weitgehend abgeschlossen. Eisenbahnrechtliches Verfahren für die Kunstbauten und bahntechnischen Ausrüstungen des Koralmtunnels im Laufen. Vertiefende Systemuntersuchungen und Erkundungsmaßnahmen (Erkundungsschacht und Erkundungstunnel Paierdorf) für den Koralmtunnel abgeschlossen. Arbeiten in Mitterpichling und Leibenfeld sind bereits abgeschlossen. Streckenabschnitt Graz Hbf - Puntigam - Werndorf, Werndorf - Wettmannstätten teilweise fertig gestellt bzw. in 1. Bauphase fertig gestellt. Streckenabschnitte Wettmannstätten - St. Andrä, St. Andrä - Aich, Aich - Althofen a. d. Drau in Bau. Streckenabschnitt Althofen a. d. Drau - Klagenfurt eingleisig fertig gestellt. |
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| Daten & Fakten |
| Streckenlänge: rd. 130 km, davon ca. 32,9 km Koralmtunnel |
Zweigleisige, elektrifizierte Hochleistungsstrecke |
12 Bahnhöfe und Haltestellen |
Entwurfsgeschwindigkeit: 200 km/h |
Fahrzeit Graz – Klagenfurt nach Fertigstellung: 1 Stunde
(Fahrzeit jetzt: 3 Stunden) |
Betriebsprogramm nach Fertigstellung: 158-256 Züge pro Tag (je nach Streckenabschnitt) |
Ziel und Zweck
Die Koralmbahn wird den Süden Österreichs optimal an europäische
Verkehrsknoten anbinden. Die Erreichbarkeit im Süden Österreichs – und damit
auch das Standortranking innerhalb der europäischen Regionen – wird entscheidend
verbessert. Ein Vorteil, von dem täglich auch viele Pendler profitieren werden.
Die Fahrzeit von Graz nach Klagenfurt wird sich von derzeit knapp drei Stunden
auf eine Stunde verkürzen. Von Graz nach Venedig ist mit einer Einsparung von
bis zu vier Stunden zu rechnen
Streckenverlauf
Nach einem 4-gleisigen Abschnitt zwischen Graz Hbf und Feldkirchen am Beginn
der Strecke zweigt die Koralmbahn leicht westlich von der bestehenden Südbahn
ab, führt über den Flughafen Graz zum Terminal Werndorf, wo sie sich wieder auf
etwa 200 m an die bestehende Trasse annähert.
Von dort biegt sie nach Westen und folgt dem Laßnitztal aufwärts. Kurz nach dem
künftigen IC-Bahnhof Weststeiermark im Raum Groß St. Florian, der die Koralmbahn
mit der Graz-Köflacher-Eisenbahn verbindet, beginnt der rund 32,9 km lange
Koralmtunnel. Anschließend, rund 2 km nördlich von St. Paul, befindet sich der
Bahnhof Lavanttal, wo die Regionalstrecke Zeltweg – Wolfsberg einmündet.
Nach der Tunnelkette Grainitztal überquert die Koralmbahn bei Aich die Drau,
schneidet die „Ecke“ bei Bleiburg in einem Bogen Richtung Westen ab und läuft
dann in etwa 2 km Entfernung nördlich am Klopeiner See vorbei. Nahe Grafenstein
überquert sie erneut die Drau und folgt im weiteren Verlauf der Bestandsstrecke
nach Klagenfurt Hbf.



