Der Grazer Hauptbahnhof ist mit einer Kundenfrequenz von rund 30.000 Bahnkunden täglich einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Österreichs. Neben einer weiteren Taktverdichtung wird durch die Fertigstellung der Koralmbahn im Jahr 2020 und der damit verbundenen Erfordernisse, seine Bedeutung international und national sowohl für den Nord-Süd-Verkehr als auch für den Ost-West-Verkehr weiter steigen. Dies erfordert eine Anpassung der Anlagen an die aktuellen und zukünftig zu erwartenden betrieblichen Anforderungen und an die Erhöhung der Kapazitäten.
Das Gesamtprojekt kombiniert Infrastrukturprojekte der ÖBB, der Stadt Graz und des Landes Steiermark sowie Hochbauprojekte. In seiner Gesamtheit stellen sich besondere Anforderungen hinsichtlich Organisation, Koordination und Information.
| Übersicht der Teilprojekte | |
| Graz Hbf. - Bahnhofsumbau | Um den modernen und gesteigerten Ansprüchen zu genügen, müssen in den nächsten Jahren umfangreiche Baumaßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur getätigt werden. Projekt der ÖBB Infrastruktur AG unter finanzieller Beteiligung der Stadt Graz und des Landes Steiermark. |
| Nahverkehrsdrehscheibe Graz Hbf. | Anpassung der Innerstädtischen Verkehrsinfrastruktur an zukünftige Anforderungen und steigenden Kundenfrequenz der ÖBB durch: Entflechtung des Individualverkehrs vom öffentlichen Verkehr, Fahrzeitverkürzung und verbesserten Anschluss ÖBB - GVB Gemeinschaftsprojekt Stadt Graz und Land Steiermark |
| Servicehalle Technische Services | Produktionsoptimierung durch eine neue Servicehalle |
| Traktion Standortoptimierung | Errichtung eines Bürogebäudes mit Hallengleis, einer Schiebebühne und einer Tankstelle |
| Neuer Standort Rail Cargo Austria AG | Mit dem neuen Standort im Traktionsgebäude kann die logistische Zusammenarbeit mit der Traktion in der Abwicklung noch effizienter gestaltet werden. |
| Umbau Verschiebebahnhof | Erneuerung der Stellwerks- und Bremstechnik, Gleisneulagen, GA und Weichenneulagen |
| Lärmschutz Graz Nord | Strecke Wien/Süd – Spielfeld Strass ca. 5,2 km Lärmschutzwände |
| ESTW (Elektronisches Stellwerk) Graz Hbf. | bestehenden mechanischen und elektrischen Sicherungsanlagen wurden durch moderne, leistungsfähige Technik ersetzt |
| Graz Ostbahnhof Einbeziehung ins ESTW | Einbeziehung der Betriebsstelle Graz Ostbahnhof in das ESTW Graz Hbf. |
| Immobilien Projekte | Entwicklung von Büro- und Verkaufflächen; zusätzlich erfolgt eine ÖBB-Standortkonzentration. |
| Nahverkehrsknoten Gösting - Bahnhaltestelle Graz Gösting | Konzeption eines Nahverkehrsknotens Gösting analog zu Graz Puntigam und Graz Don Bosco |
| Meilensteine | |
| Graz Hbf. - Bahnhofsumbau | März 2010 - 2015/2016 |
| Nahverkehrsdrehscheibe Graz Hbf. | Frühjahr 2010 - Herbst 2012 |
| Lärmschutz | März 2009 - Dezember 2010 |
| Personenwagenabstellgruppe | Mai 2009 - Dezember 2009 |
| Objekt GW 1 Unterführung Eggenbergerstraße | 2011 - 2013 |
| Personentunnel Nord | 2010 - 2012 |
Ziel & Zweck
Die Ziele des Gesamtprojekts Graz Hauptbahnhof 2020 als Verkehrsknoten lassen sich im Wesentlichen über nachstehende übergeordnete Funktionen definieren.
Verkehrsknotenfunktion
Ziele der Verkehrsknotenfunktion sind die Gewährleistung der notwendigen Infrastruktur. Dieses Rückgrat des Betriebs muss unter Berücksichtigung neuester nationaler und internationaler Standards (Halt für interoperable Züge, Barrierefreiheit, …) den höheren Vorgaben und den steigernden Kapazitäten aus der Realisierung angrenzender Infrastrukturprojekte (Koralmbahn, Ausweichen an der Ostbahn, …) angepasst werden.
Der Hauptbahnhof Graz soll durch einen durchgehenden Personentunnel im Nordbereich der Bahnsteige als Bindeglied zwischen Ost- und Westteil des Bezirkes Lend dienen. Unter Berücksichtigung der städtebaulichen Entwicklungskonzepte in den Bereichen Graz West, den Reininghausgründen, den Bereichen Bahnhofgürtel / Waagner-Biro-Straße und dem Bereich Eggenberger Straße / Annenstraße sowie unter Wahrung der architektonischen Qualität wird der Verkehrsknoten neu gestaltet.
Funktion „Produktionsstandort für Verkehrsleistungen“
Mit den gesteigerten Anforderungen werden auch Vorgänge der Betriebsabwicklung wirtschaftlich und kundengerecht optimiert. Neue Anlagen erleichtern unter anderem durch kürzere Beistellzeiten, reduzierter Anzahl der Verschubfahrten oder ganzheitliche Zugbehandlung in den Serviceeinrichtungen den Betrieb.



