Projektraum und Grundlagenermittlung
In Anbetracht des stetig steigenden Waren- und Personenverkehrs hat sich die
internationale Verkehrspolitik bereits in den 90er Jahren zum Ausbau der
Eisenbahnachse Brenner entschieden. 1994 unterfertigten die Verkehrsminister von
Österreich, Deutschland und Italien das Memorandum von Montreux, in dem der
schrittweise Ausbau der Eisenbahn zwischen München und Verona mit
Ausbaupriorität im Tiroler Unterinntal festgelegt wird. Der Europäische Rat von
Essen 1994 hat sich dieser Vereinbarung angeschlossen. Bereits heute ist
absehbar, dass durch den Baufortschritt an der Bahn zwischen Kundl und
Baumkirchen sowie durch die Arbeiten am Brenner Basistunnel langfristig mit
zusätzlichem grenzüber- schreitenden Schienenverkehr im Raum Wörgl - Kufstein -
Kiefersfelden zu rechnen ist. Der grenzübergreifende Charakter der Projektierung
soll eine vernünftige Anbindung an das deutsche Schienennetz sowie die
Interessen der Anrainer auch in Bayern berücksichtigen.
Die neue Eisenbahntrasse soll in einem Projektraum zwischen dem Bereich
Rosenheim (D) und der Grenze zwischen den Gemeinden Kundl und Radfeld (A)
gefunden werden. Der erste Schritt ist die Grundlagenaufbereitung für das
Trassenauswahlverfahren. Es sind die Raumordnungsbestimmungen, die Biotope und
die geologischen Randbedingungen zu erheben. Aus diesem Grunde wird ein
umfassendes Erkundungsprogramm durchgeführt.
Planungsgrundlagen
Die Festlegung der Entwurfsgeschwindigkeit, der Trassierungsparameter sowie des Betriebsprogramms erfolgte unter Berücksichtigung der Parameter im angrenzenden Abschnitt sowie im Brenner Basistunnel. Die Neubaustrecke wird als Mischverkehrsstrecke mit einer Entwurfsgeschwindigkeit von 200 km/h festgelegt. Weiters wurde auf die Einhaltung der Europäischen Richtlinien und den damit in Verbindung stehenden technischen Spezifikationen für Interoperabilität Rücksicht genommen.
Entwurf von Trassenvarianten
Trassenvarianten werden unter Berücksichtigung der Grundlagenerhebung sowie des Ergebnisses der Erkundungsmaßnahmen vom beauftragten Planer unter Mitwirkung von Gemeindevertretern und Projektbeteiligten aufbereitet. Zur Einbindung der Gemeindevertreter wurde ein Regionalforum gegründet, indem zwei Vertreter der umliegenden Gemeinden vertreten sind. Zur Einbeziehung der übergeordneten Interessen wurde eine Projektgruppe installiert, in der zusätzlich zu den zwei Vertretern der Regionalgruppe auch das Land Tirol, die ASFINAG, die ÖBB-Infrastruktur AG sowie vertreten sind.
Details zum Status Mai bis Dezember 2007
- Die Vertreter der Gemeinden haben bei der 2. Sitzung des Regionalforums am 12.12.2006 Varianten aufgezeigt, die in eine Trassenüberlegung mit einzubeziehen sind. In der 3. Sitzung des Regionalforums am 27.02.2007 wurden zu den bereits entwickelten 12 Varianten, 5 Varianten der Gemeinden mit in die Bewertung aufgenommen.
- In der 4. Sitzung des Regionalforums am 15.05.2007 wurden diese 17 Varianten einer Bewertung unterzogen. Diese Bewertung erfolgte entsprechend der vereinbarten Vorgangsweise und hat kein abschließendes Ergebnis gebracht.
- im Zuge der Sitzung wurde eine weitere Bearbeitung von Variantenbereichen entlang der Talflur und der südlichen Abhänge des Angerberg vereinbart.
Details zum Status Jänner 2008 bis September 2009
- In der 3. und letzten Planungsphase wurde für 4 Trassenvarianten unter Berücksichtigung der Fragen und Anregungen der Gemeinden aus den Informationsveranstaltungen die Planung vertieft.
- In dieser Planungsphase wurden neben einer optimierteren Trassenplanung ebenso die Verknüpfungsstelle Schaftenau sowie durch Detail- und Lärmuntersuchungen die Trassenführungen verfeinert.
- Die Trassenvarianten wurden in der 3. Planungsphase ebenso einer Variantenbewertung unterzogen und im Zwischenbericht Juni 2009 dokumentiert.
- Anhand des Bewertungsergebnisses wurde eine Trassenauswahl vorgenommen
und das Ergebnis in der 6. Regionalforumssitzung am 17.09.2009 vorgestellt.




